Wilder vs Harrison – Killerinstinkt oder Show ?


Schaut man sich den Kampf zwischen Deontay Wilder und Audley Harrison an, kommen schnell alte Erinnerungen an den „Kampf“ zwischen Haye und Harryson hoch. Lediglich die Dauer des Spektakels unterscheidet den einen vom anderen Kampf. Man sieht 2 Boxer, die sich so vorsichtig es geht belauern. Der eine ist der haushohe Favorit, der andere schlecht einzuschätzen. Was passiert ? Eigentlich passiert das billigste was in so einem Fall passieren kann. Der haushohe Favorit schlägt den anderen Boxer mit überlegener Machtdemonstration zusammen, KO oder TKO – egal. Der Kampf ist jedenfalls vorbei, bevor er überhaupt richtig begann. Für die einen Zuschauer ist das Grund genug für frenetischen Jubel, andere staunen beinahe ungläubig. Wieder andere überlegen sich, ob das ganze nicht insgesamt ein schlechtes Schauspiel ist. Eine lupenreine Inszenierung, in der jeder die ihm zugedachte Rolle spielt. Der eine hat bereits den nächsten Schachzug geplant und verkündet, was er demnächst machen wird. Der andere tritt möglichst lautlos von der Bühne und zählt auf dem Weg in die Umkleide schon im Geiste seine Scheinchen, die er für diesen Kurzauftritt bekommen hat. Jetzt nur nicht auffallen und dann aber klammheimlich wieder etwas für den Kampfrekord tun um sich für den nächsten Deal dieser Art zu qualifizieren.

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Man könnte meinen, sowas sind Szenen, die sich beim Karriereaufbau von jungen Talenten abspielen, aber weit gefehlt. Scheinbar funktionieren solche Theaterkapriolen auch noch in dem Bereich, wo es um richtig gutes Geld geht. Da vielleicht erst recht, weil der Zuschauer gar nicht glauben kann und auch nicht will, dass er nach Strich und Faden veräppelt wird.

Wilder strebt nach neuen Aufgaben, will einen Kampf gegen Fury. Mit einer Kampfbilanz von jetzt 28 (28)-0-0 ist er wohl der Überflieger schlechthin. Von Harrison wird man ein paar Wochen nichts hören, aber man kann beruhigt sein. Der taucht schon wieder irgendwo auf. Erst haut er einen weg, dessen Kampfrekord noch gepushter ist als sein eigener und dann ist er wieder der „Prüfstein“ für irgend einen Wilder, Helenius, Dimitrenko oder sonstwen und wird als gefährlicher Gegner für einen schweren Kampf eingekauft. The Show must go on.

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Der Kampf. Anschauen lohnt erst ab Minute 7.00.



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