Interview mit Boxmanager Andreas Greiner


Autor: Nicoles Boxwelt

Am 13.5.2017 tritt Ikram Kerwat ihren 2. Kampf in den USA unter der Führung von Roy Jones Jr. an. Natürlich ist sie dort nicht allein, denn sie wird wieder von ihrem Manager und Promoter Andreas Greiner begleitet. Passend zu diesem Kampf habe ich mit Herrn Andreas Greiner ein kleines Interview geführt.
  • Wie sind Sie zum Boxsport gekommen ?
A. Greiner : Ich hatte schon immer ein spezielles Interesse am Boxsport und bin durch einen früheren Geschäftsfreund aktiv in das Boxsportgeschäft eingestiegen.
  • Wie lange arbeiten Sie schon mit Ikram Kerwat zusammen ?
A. Greiner : Ikram Kerwat und ich arbeiten etwas über zwei Jahre nun zusammen.
  • Ist Ikram ihr einziger Schützling ?
A. Greiner : Derzeit ist Ikram der einzige Schützling, da wir uns auf ein gemeinsam festgelegtes Ziel konzentrieren wollen. Allerdings planen wir derzeit eine Ausweitung der Aktivitäten.
  • Welche deutsche Boxerin außer Ikram hat für Sie Potential, noch lange im Boxsport zu bleiben ?
A. Greiner : Ich denke, dass es immer Talente mit Potential gibt und im Frauenboxen noch einiges passieren kann. Ich denke auch, dass Christina Hammer sich langfristig etablieren wird.
  • Wie gefällt Ihnen persönlich der Frauenboxsport ?
A. Greiner : Frauenboxen hat grundsätzlich seine Existenzberechtigung und oftmals haben gerade Frauenkämpfe sportlich mehr zu bieten als manche Männerkämpfe. Wenn man allerdings sieht, wie auch hier zuletzt um das Zustande Kommens eines Kampfes mehr als mit übertriebenem Aktivismus international nach einer Gegnerin für Katie Taylor die Olympiasiegerin und fünffache Weltmeisterin im Amateurboxen, mit der Karotte an der Angel das man vor Klitschko kämpfen würde agiert wurde, sollte man das hinterfragen. Eine Gegnerin kurz vor Kampf zu suchen, welche somit kaum Zeit hat sich ernsthaft auf diesen Kampf vorzubereiten, ist nicht gerade im speziellen Fall von Vorteil. Aus diesem Grunde haben sowohl ich wie auch Rainer Gottwald das Angebot dankend abgelehnt, selbst wenn es weit über 40.000,00 Euro gelegen hat.
ANMERKUNG : Es wurden mehr als 30 international erfolgreiche Boxerinnen angeschrieben.
  • Herr Greiner, wie kam es zur Zusammenarbeit mit Roy Jones jr. ? Was ist aus der Zusammenarbeit mit Sven Ottke geworden ?
A. Greiner : Der Kontakt entstand bei der letztjährigen WBC Convention. Man ist dort direkt an Ikram herangetreten und daraus hat sich die Zusammenarbeit auch auf Antreiben von Seiten Roy Jones jr. ergeben. Wir stehen noch in gutem freundschaftlichen Kontakt zu Sveni. Aus privaten Gründen seitens Sven, auf die wir nicht näher eingehen wollen, sollte Sven Ikram nicht mehr trainieren.
  • Sehen Sie Ikram Kerwats Zukunft als Boxerin in Deutschland oder in den USA ?
A. Greiner : Ich sehe, auch wenn Deutschland unsere Heimat ist, Ikram im internationalen Geschäft, da wir hier mittlerweile sehr gut vernetzt sind.
  • Wie würden Sie Ikram in einem Satz beschreiben ?
A. Greiner : Ikram ist Ikram und damit einzigartig.
  • Glauben Sie, dass der Boxsport auf lange Sicht in Deutschland eine Zukunft hat ?
A. Greiner : Derzeit leidet der Boxsport in Deutschland ein wenig an sich selbst. Es gab viele vergebene Chancen und den einen oder anderen unglücklich gelaufenen Kampf. Aber ich glaube, dass es wie beim Fußball ist. Im Ausland z.B. in England wird Geld investiert, um den Sport Fußball groß zu halten. In Deutschland ziehen sich die TV Sender immer mehr zurück und daher fehlt auch das Geld für Spitzensport, der erwartet wird. Sponsoren hätten gerne das fertige unschlagbare Produkt, das es leider nicht gibt und nicht geben wird. Alles baut sich auf und braucht Zeit.
  • Zum Schluss : Welche Worte möchten Sie gerne an Ikram Kerwat richten , betreffs Ihres Kampfes am 13.05.2017 ?
A. Greiner : Ikram, Du weißt wo wir hinwollen und ich weiß , dass Du dafür alles geben wirst.


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