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Charr vs Saglam – 2 Invaliden boxen ganze 2 Runden

Mit großen Erwartungen an diesen Kampf gestern Abend in Galati heranzugehen, hat sich offenbar als Fehler erwiesen. Was war nicht alles im Vorfeld diskutiert worden. Von einem schweren Kampf war die Rede und Spannung lag in der Luft, als es endlich losging. Charr versuchte mit einem fulminanten Angriff und einem schweren Schwinger gleich zum Auftakt klare Verhältnisse zu schaffen. Allerdings konnte Saglam ausweichen und er Schlag ging ins Leere. In der Folge gab es ein für eine erste Runde im Schwergewicht hohes Tempo, bei dem Wechselseitig einige gute Aktionen zu beobachten waren. Der deutlich beweglichere dabei war Yakup Saglam, der mit seiner angriffslustigen Vorgehensweise die erste Runde knapp für sich entscheiden konnte. Auffallend war allerdings auch, dass Charr offenbar deutlich an Gewicht zugelegt hatte, wohl um sein Image als „deutscher Panzer“ zu unterstreichen. Jedenfalls machte er den Eindruck, den man eher von einer angewurzelten deutschen Eiche her kennt, als von einem Boxer, der den Anspruch erhebt um einen echten WM-Titel boxen zu wollen. Die 2. Runde nahm ihren Lauf wie die erste, mit gutem Willen kann man sie Charr geben. Bis dahin ein ausgeglichener Kampf und man wäre auf die weitere Entwicklung gespannt gewesen. Es sollte nicht mehr dazu kommen. Saglam signalisierte in der Pause, dass er Schmerzen habe und gab schließlich auf, bevor die 3. Runde angeläutet war.

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Aus diesem Kampf ziehen die unterschiedlichsten Boxsportfreunde nun die unterschiedlichsten Schlüsse. Während die Charr-Fans jubeln und die Aufgabe Saglams wie einen großen Sieg feiern, fragen sich andere, ob Charr diesen Kampf überhaupt ernst genommen hat. Es kann jedenfalls kaum Teil einer neuen Kampfstrategie sein, mit möglichst hohem Gewicht in den Ring zu steigen um seinen Gegner allein schon durch die Wirkung der eigenen Körpermasse zu erschrecken. Nimmt man dann noch die Unbeweglichkeit dazu, die damit einher gegangen ist, kann man keinerlei weltmeisterliche Ambitionen erkennen, die einen immer wieder geforderten 2. Kampf gegen Vitali Klitschko begründen könnten, auch wenn das mit dem Mund immer wieder herbeigeredet wird. Entschuldigend kann man vielleicht dazu bemerken, dass Charr heute verlauten lässt, er wäre mit einer Meniskusverletzung in den Ring gestiegen und müsse nächste Woche am Knie operiert werden. Das kann vielleicht erklären, weshalb er nicht besonders spritzig wie ein kämpfender Löwe, sondern eher wie ein tanzender Bär aussah.

Als Fazit aus diesem Kampf bleibt eigentlich nur eins: Wir wissen nichts Neues. Die Boxfans würden gerne einen Manuel Charr sehen, der einen guten Gegner mit eigenen boxerischen Mitteln zur Strecke bringt, ihn zermürbt und durch eigene gute Leistung eindeutig besiegt. Was wir sehen konnten ist eine Kampfaufgabe wegen Verletzung des Gegners, der bis dahin einem offenbar ebenfalls verletzten Boxer wenigstens in den 2 Runden einen guten Kampf geboten hat. Wie der Kampf normalerweise geendet hätte – niemand weis es. Es bleibt nur der aufrichtige und ehrliche Wunsch, dass beide „Invaliden“ jetzt erstmal ihre Verletzungen ausheilen und vielleicht noch einmal erneut gegeneinander antreten können.

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