Brähmer vor Zeuge-Kampf: Tyron muss sein Potential abrufen!


Im November 2016 führte Jürgen Brähmer seinen Schützling Tyron Zeuge zum WM-Erfolg. Im März gab es die erste Titelverteidigung (gegen Isaac Ekpo) – am 17. Juni steht die zweite Titelverteidigung gegen den Engländer Paul Smith in der Rittal Arena (live in SAT.1) an. Was der Coach über diesen Kampf denkt, erfahren Sie im folgenden Interview.

Jürgen Brähmer, am 17. Juni steigt Ihr Schützling Tyron Zeuge zu seiner zweiten Titelverteidigung gegen Paul Smith in den Ring. Wie laufen die Vorbereitungen?

Jürgen Brähmer: Sehr gut. Wir haben noch bis zum Wochenende Sparring, bei den bisherigen Sparrings konnte Tyron überzeugen. Anfang der nächsten Woche geht es dann nach Wetzlar. Wir sind bestens auf diesen Kampf vorbereitet.

In Wetzlar fand vor elf Jahren der Kampf zwischen Abraham und Miranda statt, der als “Blutschlacht von Wetzlar” in die Boxgeschichte einging. Hinzu kommt, dass Abraham schon zwei Mal gegen Paul Smith geboxt hat. Ein gutes Omen?

Jürgen Brähmer: Ich kann mich an den Kampf erinnern, der war dramatisch. Und die Kämpfe von Smith gegen Abraham habe ich mir natürlich als Trainer bei der Videoanalyse angesehen. Aber mit Tyrons Kampf hat das wenig zu tun. Natürlich ist es schön einen gewissen Heimvorteil zu haben, mehr aber auch nicht.

Was halten Sie von Paul Smith?

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Jürgen Brähmer: Er steht stabil, ist konditionell stark und sucht den Kampf. Zudem hat er mit seinen 34 Jahren eine Menge Erfahrung – und boxt sehr fair. Das dürfte Tyron liegen.

Sie sagen Smith boxt fair. Tyron Zeuges letzter Gegner war nicht ganz so fair. Was halten Sie im Nachhinein von dem Kampf gegen Isaac Ekpo?

Jürgen Brähmer: Das war kein guter Kampf. Ekpo hat mit allen Mitteln gearbeitet – und diese waren nicht sauber, aber so ist es halt. Auch damit muss man umgehen können. Hier hat Tyron noch Schwächen gezeigt, die er zukünftig abstellen muss. Aber das kommt mit der Erfahrung. Er wird aus dem Kampf gegen Ekpo seine Lehren ziehen.

Das Ekpo-Lager und sein Manager Don King haben lautstark einen Rückkampf gefordert. Wie stehen Sie zu einem Rematch?

Jürgen Brähmer: Dieser Kampf muss noch mal kommen. Wir hatten uns auch auf Ekpo eingestellt. Man kann diesen ersten Kampf so nicht stehen lassen. Ich hoffe, dass wir noch einmal gegen Ekpo kämpfen werden und Tyron dann ein klares Statement abliefert.

Jetzt geht es zunächst gegen Paul Smith. Nach dem Ekpo-Fight hatten Sie und Tyron nur eine kurze Pause. War das gut?

Jürgen Brähmer: Das war sehr gut. Tyron durfte einen Kurzurlaub machen, nach zwei Wochen stieg er wieder ins Training ein. Dadurch brachte er auch eine gute Grundfitness mit – und wir konnten uns nach dem Grundlagentraining schnell auf das spezielle Training konzentrieren.

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Als Tyron Zeuge zu Ihnen kam, hatte er mit starken Gewichtsproblemen zu kämpfen. Davon ist jetzt nichts mehr zu merken.

Jürgen Brähmer: Stimmt. Er hat begriffen, dass er seine Ernährung komplett umstellen muss. Das hat er auch getan und hält sich schon seit längerer Zeit an seinen Ernährungsplan, den wir ausgearbeitet haben. Er spürt, dass er dadurch viel besser aufgestellt ist und konditionell intensive 12 Runden gehen kann. Dieses Gefühl und diese Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit ist wichtig.

Wie geht der Kampf gegen Paul Smith aus?

Jürgen Brähmer: Wir werden Paul Smith auf keinen Fall unterschätzen, aber wenn Tyron sein Potential am 17. Juni abruft, mache ich mir keine Sorgen um den Ausgang des Kampfes.

Neben der WM im Super-Mittelgewicht zwischen Tyron Zeuge und Paul Smith, dürfen sich die Boxfans u.a. auf Kämpfe von Leon Bunn, Patrick Wojcicki, Stefan Härtel, Emir Ahmatovic, Denis Radovan, Albon Pervizay und Burak Sahin freuen.

Tickets für die Box-Veranstaltung am 17. Juni sind bei www.eventim.de sowie unter der telefonischen Ticket-Hotline 01806-570044 erhältlich.



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