Amateur- und Profiboxer planen gemeinsame Zukunft


Beitrag & Foto: W. Wycisk

„Gemeinsame Tagung unter dem Motto zusammen sind wir stark“

Der Titel der Pressemitteilung, die am Mittwochmorgen die Zeitungsredaktionen erreichte, war nüchtern formuliert. Wer sich die Mühe machte weiterzulesen, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der deutsche Boxsport-Verband (DBV) wird zukünftig auf breiter Front mit dem Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) sowie seriösen Promotern zusammenarbeiten. Scheinbar ist es kein Lippenbekenntnis, sondern der ehrliche Wunsch nach ein ererfolgreichen Kooperation. Das neue Regelwerk des Weltboxverbands AIBA macht dies jetzt möglich.
Rainer Gottwald, seines Zeichens Sportbotschafter der Stadt Karlsruhe und Karlsruhes Bürgermeister Dr. Martin Lenz, zugleich Präsident des Badischen Landessportbundes haben erkannt, dass es im Boxen nur eine gemeinsame Zukunft geben kann.

Die Amateure kränkeln an der Erfolglosigkeit im internationalen Vergleich und die Profis kämpfen mit sinkenden TV-Quoten.

Deshalb luden sie zwölf Entscheider und oberste Funktionäre des DBV, des BDB und der AIBA zu einem „Cometogether“ ein.

Der BDB war vertreten durch: Präsident Thomas Pütz, Volker Grill, VP Sport, Kampfrichterobmann Walter Knieps und TS Fight Sport Manager, Thomas Schwarz

Für den DBV nahmen teil: Präsident Jürgen Kyas, Sportdirektor Michael Müller, Kampfrichterobmann und VP Erich Dreke, VP Breitensport und Präsident des LV Baden-Württemberg Uwe Hamann, Bundestrainer Valentin Silaghi, Marco Grund, VP Baden-Württemberg sowie der Präsident des Hessischen Boxverbands, Daniel Tischer.

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Helmut Ranze, der Vorsitzende der AIBA-Technical & Rules Commission vertrat die AIBA.

In der Sitzung wurden mehrere Handlungsfelder identifiziert, die nun von Experten-Kommissionen behandelt werden sollen.

Das Team für den Bereich „sporttechnisches Regelwerk“ wird als erstes ihre Arbeiten aufnehmen. Ihm gehört Erich Dreke, Volker Grill und Helmut Ranze an. Ihre Aufgabe ist es,eine gemeinsame Wettkampf grundlage zu schaffen, die bestehenden Regelwerke zu synchronisieren und die Arbeitsgrundlagen für Trainer und Kampfrichter zu definieren.
Die Kommission für Entwicklungsstrategien /Wettkampfstrukturen wird ebenfalls in Kürze berufen.

Alle Teams werden an den Aufsichtsrat berichten, der sich aus Thomas Pütz, Jürgen Kyas, Helmut Ranze, Michael Müller und Rainer Gottwald zusammensetzt. Aufsichtsratvorsitzender ist Dr. Lenz.

Rainer Gottwald: „Wir wollen Sportgeschichte schreiben. Dafür müssen wir bereit sein, gemeinsam neue Wege zu gehen und persönliche Fehden, die teilweise seit Jahrzehnten bestehen, zu beenden. Wir dürfen nicht diskutieren was richtig oder falsch ist. Wir müssen diskutieren, was uns gemeinsam erfolgreich macht.“

Michael Müller: „Wir werden uns neu ordnen, um für die fundamentalen Veränderungen in der Box-Welt richtig aufgestellt zu sein. Dazu gehört auch, dass wir den Tourismus von Kämpfern, Ringrichtern und Trainern zwischen den Verbänden eindämmen. Die Harmonisierung der Regelwerke, Antidoping und Medizin sind die Handlungsfelder, die wir umgehend angehen müssen. Die Trainingsmethodik und -durchführung ist eine Kernkompetenz des DBV. Trainer, Ausbildung, und Facilities – der DBV ist bestens aufgestellt und bereit zu teilen. Dadurch können wir sofort finanzielle „Quick Wins“ generieren.“

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Thomas Pütz: „Viele der ganz Großen waren Olympiasieger: Ali, Maske, Klitschko oder Yoshua, sie alle standen bei den olympischen Spielen ganz oben auf dem Treppchen. Doch erst als Profi-Weltmeister wurden sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ihre Fans meldeten sich vielfach in den Clubs an, um ihnen nachzueifern. Und in den Clubs müssen wir sie möglichst lange halten. Nur ein gut ausgebildeter Kämpfer wird attraktiven Boxsport zeigen können und davon profitieren der DBV, der BDB und die Boxställe gleichermaßen.“

Pütz begrüßte es, dass die Zusammenarbeit ausschließlich auf deutsche Organisationen ausgerichtet wird.
Das schließt allerdings das Sauerland Team von den Aktivitäten aus, denn es gehört dem österreichischen Faustkämpferverband FVA an. Wollen die Sauerländer bei dem Aufbruch zu den neuen Ufern dabei sein, müssten sie zum BDB wechseln.