Granat vs Dimitrenko – KO-Niederlage wirft Adrian Granat zurück


Malmö/Hamburg. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – Adrian Granat hat bisher den schwersten Kampf seiner Boxkarriere durch KO in der ersten Runde verloren. Gegen den 33jährigen Alexander Dimitrenko (40 Siege/3 Niederlagen) musste der Schwede vor rund 2500 Zuschauern schon nach 2:07 Minuten die Segel streichen.

Außenseiter Dimitrenko, wie Granat in Hamburg wohnend, hatte den IBF-International-Titelträger kalt erwischt und ihn mit einer harten Rechten zu Boden gestreckt. Auf wackeligen Beinen konnte der EC Boxing-Schwergewichtler dem nachfolgenden Schlaghagel des aus der Ukraine stammenden Boxers nichts mehr entgegensetzen und wurde ein zweites Mal zu Boden geschickt. Ringrichter Timo Habighorst zählte den knienden Lokalmatadoren aus. Adrian Granat enttäuscht: „Vor den heimischen Fans wollte ich es besonders gut machen. Das ging total nach hinten los.“ Erol Ceylan machte seinem Schützling Mut: „Das ist zwar unschön. Doch Wladimir Klitschko ist dies auch schon in seiner Heimatstadt Kiew passiert. Wir bauen Adrian jetzt langsam wieder auf. Mit 26 Jahren steht ihm noch die Zukunft offen.“ Gegner Dimitrenko sieht es ähnlich: „Jetzt muss Adrian die Fehler analysieren. Er hat Potential.“ Er selbst freut sich: „Das war die Antwort vorn mir an alle die mich schon abgeschrieben hatten. Ich bin bereit für weitere große Kämpfe.“

Die sechs Stunden Boxen waren mit spektakulären Fights nur so gespickt. Der ebenso in Malmö ansässige Sven Fornling (12 Siege/1Niederlage) lieferte sich im Halbschwergewicht gegen den Berliner Arijan Sherifi (13Siege/1Niederlage) den von ihm vorher versprochen „Krieg im Ring“. Fuß an Fuß hatte er meist eine Hand mehr im Ziel. Beide Fighter wiesen im Laufe der 10 Runden um den IBF Baltic Championship-Titel böse Cutverletzungen auf, ohne Boden-Bekanntschaft zu machen. Die Ecken mussten somit ganze Arbeit leisten, erledigten diese jedoch hervorragend. Mit fortgesetzter Kampfdauer geriet der Berliner immer deutlicher auf die Verliererstraße. Das Punkt-Urteil mit 99:91, 99:92 und 99:91 spiegelte dann die Dominanz von Fornling wider.

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Den technisch besten Kampf des „Rumble in Malmö“ lieferten sich EC Boxing-Fighter Igor Mikhalkin (19 Siege/1 Niederlage) und der Ukrainer Yevgeni Makhteienko (8 Siege/7 Niederlage). Äußerst variabel auf schnellen Beinen präsentierte Mikhalkin „Boxen vom anderen Stern“. Immer wieder ließ er den wegen seiner Schlagstärke bekannten Gegner ins Leere laufen, setzte seinerseits Akzente und frustrierte regelrecht seinen Kontrahenten. Die knapp einjährige Pause war dem in Hamburg trainierenden Boxer nicht anzumerken. „Ich bin bereit. Noch in diesem Jahr hoffe ich auf einen internationalen Titelkampf. EM oder WM ist mir egal“, erklärte ECB-Athlet, der den Kampf einstimmig nach Punkten gewann. „Wir sind bereit für jeden Gegner. Igor kann sie alle schlagen“, betont Erol Ceylan.

Ein erfolgreiches Comeback nach mehrmonatiger Pause lieferte EC Boxing-Neuzugang Sebastian Formella (14 Siege, 8 davon durch KO) ab. „Hafen-Basti“ bekam über vier Runden den Polen Krzystof Szot (20/20/2) vor die Fäuste. Auf schnellen Beinen boxte der Hamburger seinen Kontrahenten aus, ohne jedoch übermäßig zu glänzen. „Auf dem Fight können wir aufbauen. Sebastian muss allerdings noch konditionsstärker werden. Wir werden och viel Freunde mit ihm haben“, sagte Ceylan. Formella zeigte sich zufrieden: „Der Kampf kam recht kurzfristig zustande. Ich fühlte kich gut im Riind. habe natürlich noch Luft nach oben.“

Die anderen ECB-Fighter siegten ebenfalls: Schwergewichtler Ali Eren Demirezen (ungeschlagen, 4 Siege) durch TKO in der 2. Runde; Cruisergewichtler Hüseyin Cinkara (ungeschlagen, 6 Siege)nach Punkten; der muskelbepackter Junior Maximus (ungeschlagener Schwergewichtler in 7 Kämpfen) in Joe Frazier-Art durch TKO in der zweiten Runde (Aufgabe des Gegners) und Cruisergewichtler Nikola Milacic (16 Siege/1Niederlage) nach Punkten.

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